Unglaublich. Abwechlungsreich. Spannend.

Dynamite Daze „Tango with the Devil” (VÖ: 15.10.2013)

Wenn man sich nach einem Album Titel von Kevin Coyne benennt, nimmt man ein großes Erbe an. Wenn man sich dazu stimmlich auch noch in die Nähe zu Tom Waits begibt, spielt man wahrlich mit dem Feuer.

Und wenn man dazu auch noch den Teufel zum Tango herausfordert, kann man eigentlich nur bekloppt sein, oder Dynamite Daze eben! Diese Last will erst einmal gestemmt sein, doch hier ist es mehr als gelungen.

Alleine schon die Erinnerung an den Zeit seines Lebens weit unterschätzen Kevin Coyne aufrecht zu erhalten gebührt große Anerkennung. Für alle Leser hier ein Moment, sich nochmals ausgiebig mit diesem genialen Typen auseinanderzusetzen.

Der Vergleich mit Tom Waits drängt sich zwar auf, aber es gibt Imitatoren, die alle schlecht sind, oder Dynamite Daze, der eine solch ausgeprägte Stimme hat, die eben auch mal nach Waits klingt, aber ansonsten einen ganz eigenen, wunderbar rauen Charakter hat.

Und diese Stimme treibt einen förmlich durch die Songs. In ihrer unausweichlichen Präsenz bohrt sie sich ganz tief in einen hinein. Durch die subtile Art des Sprechgesangs türmen sich die Worte wie Mauern vor einem auf, durch die man dann mit voller Fahrt hindurchfährt, um schnurstracks auf die nächste Mauer zuzufahren, usw. Ein irres Gefühl.
Der Soundtrack zu dieser Fahrt kommt von seiner hervorragenden Band.
Allesamt erfahrene und alt-gediente Musiker. Diese Erfahrung ist in jedem Ton hör-und spürbar. Es macht einfach Spass, Musiker zu hören, die wissen, was sie wollen. Da stimmt einfach alles: Timing, Feeling, Dynamik, einfach großartig

Diese Erfahrung haben sich schon viele namhafte Blues-Größen zu Nutzen gemacht und diese Band als Begleitband für ihre Deutschland-Touren gebucht. Allen voran Louisiana Red. Ihm haben sie gleich einen Song gewidmet „Red in Heaven“.

Zehn Songs finden sich auf dieser Scheibe. Zehn Songs, die man nicht miteinander vergleichen kann. Jeder Song ist anders, hat seine eigene Geschichte und seinen eigenen Charakter. Und doch, ich kann es kaum glauben, klingt die ganze CD nicht nach Misch-Masch. Es ist ein Grundgefühl, das sich durch alle Songs zieht, eine Art übergeordnete Idee, die alles zusammenhält. Ob old-school-blues, Rock-Riff-Knaller oder Gospelekstase. Alles passt zusammen, sogar eine Reggae-Groove-Einlage.
Unglaublich. Abwechlungsreich. Spannend.

 

Alexander Möckl